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WERNER LIEBMANN (geb. 1951 in Königsthal, Bleicherode) Das Feuerwunder, 1989 Öl auf Hartfaser. 125 x 189 cm. Gerahmt. Rechts unten signiert. Rückseitig betitelt, signiert und datiert. Provenienz: Privatbesitz Alsbach-Hähnlein Werner Liebmann ist ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker, der mit seinem expressiven, farbintensiven und oft figurativ-abstrakten Werk die ostdeutsche Nachkriegs- und Gegenwartskunst prägt. Nach einem Chemiestudium an der Martin-Luther-Universität Halle und Tätigkeit als Diplomchemiker und Ingenieur wandte er sich 1976 der Malerei zu. Von 1977 bis 1982 studierte er an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle, wo er Meisterschüler bei Werner Tübke und Willi Sitte wurde - Begegnungen, die seine kraftvolle, narrative und zugleich malerisch freie Handschrift formten. Von 1986 bis 1992 lehrte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, bevor er 1993 als Professor für Malerei an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen wurde, wo er bis 2017 Generationen von Künstlern beeinflusste. Sein Œuvre umfasst großformatige Ölbilder, Gouachen, Zeichnungen und Grafiken: dynamische Kompositionen mit starker Farbigkeit, figürlichen Motiven - oft Landschaften, Akte, Porträts oder mythisch anmutende Szenen -, die zwischen expressiver Geste und klarer Struktur oszillieren. Liebmanns Malerei verbindet ostdeutsche Tradition mit internationaler Moderne und zeichnet sich durch emotionale Tiefe, Ironie und eine unerschütterliche Lust am Malerischen aus. 1989 entsteht mit „Das Feuerwunder“ ein Bild, das die Spannung dieser Zeit unmittelbar spürbar macht. Werner Liebmann entwickelt die Szene nicht als geschlossene Erzählung, sondern als aufgerissenen, vielstimmigen Bildraum. Figuren, Masken und fragmentierte Körper erscheinen nebeneinander, überlagern sich, drängen nach vorn und werden wieder zurückgenommen. Das Feuer ist dabei weniger konkretes Ereignis als energetischer Mittelpunkt der Komposition. In grellen Gelb- und Rottönen bricht es aus der dunkleren Umgebung hervor, während Grün- und Blautöne die Fläche strukturieren und rhythmisieren. Liebmann gelingt hier eine dichte Balance zwischen expressiver Geste und klarer Bildorganisation. Trotz der Vielzahl an Motiven bleibt die Fläche streng gegliedert. Gerade diese Verbindung aus erzählerischer Vielschichtigkeit, formaler Kontrolle und historischer Aufladung macht „Das Feuerwunder“ zu einer der prägnanten Arbeiten aus der Umbruchphase um 1989 - ein Werk mit deutlicher Präsenz und Gewicht innerhalb seines Œuvres.