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WALTER LIBUDA (1950 Zechau-Leesen - 2021 Berlin) Die Quelle, 1991 Öl auf Hartfaser. 165 x 106 cm. Gerahmt. Rechts unten signiert und datiert (19)91. Rückseitig signiert, betitelt und datiert. Provenienz: Privatbesitz Alsbach-Hähnlein Libuda wurde im Altenburger Land geboren. Einer dreijährigen Anstellung als Theatermaler am Landestheater Altenburg schloss sich ab 1973 ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (HGB) an. Zwischen 1978 und 79 war er Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Anschließend hatte er eine Assistenzstelle an der HGB inne. Seine Werke laden zu tiefer Auseinandersetzung ein: Sie verbinden narrative Elemente mit abstrakter Kraft, Bühnen- und Objektästhetik, und spiegeln eine unerschütterliche Erfindungsgabe wider. Als Mitglied der Neuen Gruppe München (seit 1991), des Deutschen Künstlerbundes (seit 1992) und der Sächsischen Akademie der Künste (seit 1998) prägte er die ostdeutsche Nachwende-Kunst. Mit „Die Quelle“ liegt eine großformatige, Arbeit aus Walter Libudas reifer Berliner Zeit vor. Mehrere maskenhaft überformte Köpfe und figürliche Fragmente überlagern sich in einer spannungsvollen Komposition. Die Bildfläche ist in kräftigen, teils gebrochenen Rot-, Grün- und Ockertönen aufgebaut; pastose Partien wechseln mit lasierenden Zonen und freigelegten Untergründen. Typisch für Libuda ist die Verbindung von Figur und Zeichen. Die Gesichter erscheinen nicht als Porträts, sondern als Chiffren - zwischen archaischer Maske und zeitgenössischem Ausdruck. Linien, Übermalungen und Verdichtungen erzeugen eine vibrierende Oberfläche, die den Entstehungsprozess sichtbar lässt. Das Motiv der „Quelle“ wird dabei weniger narrativ als bildnerisch gedacht: als Ursprung von Form, Farbe und Figur innerhalb des Malakts selbst. Das Werk zeigt exemplarisch Libudas Fähigkeit, expressive Geste und kompositorische Kontrolle auszubalancieren. In Format und malerischer Intensität gehört es zu den präsenten, sammlungswürdigen Arbeiten seines Œuvres der frühen 1990er Jahre.