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Jean Lambert-Rucki - La Foule, 1923-25

Sold for €24,000 at Kunstauktionshaus Leipzig on Apr 18, 2026.

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JEAN LAMBERT-RUCKI (1888 Krakau - 1967 Paris) La Foule (Grand modèle), 1923-25 Bronze patiniert. 104 x 67 x 40 cm. Exemplar 1/4 (EA). Rechts auf Plinthe signiert und nummeriert sowie rückseitig Monogramm und Gießereisiegel von Deroyaume. Patinierung stellenweise berieben sowie partielle Korrosionsstellen. Jean Lambert-Rucki war ein herausragender polnisch-französischer Avantgarde-Künstler. Als Maler, Bildhauer, Grafiker und Keramiker verschmolz er Kubismus, Surrealismus und Art Déco zu einer dynamischen, oft spirituellen Formensprache. Als jüngstes Kind einer großen Familie war er früh ein Wunderkind: Mit elf Jahren verdiente er nach dem Tod des Vaters seinen Lebensunterhalt mit Porträts. Beeinflusst von mitteleuropäischer Folklore, Reisen nach Russland und Gauguins Werken zog er 1911 mit wenigen Francs nach Paris. 1913 bezog er ein Atelier in Montparnasse; 1914 meldete er sich freiwillig zur französischen Armee, französierte seinen Namen und diente im Ersten Weltkrieg - unter anderem im archäologischen Dienst in Thessaloniki. Nach 1918 entfaltete er ein vielseitiges Œuvre: kubistisch reduzierte Formen, surrealistische Figurationen, kraftvolle Bronzen und Steinskulpturen sowie dekorative Arbeiten im Art-Déco-Geist. Ab den 1930er Jahren wandte er sich verstärkt moderner sakraler Kunst zu - seine archaisch-modern anmutenden Christusse und religiösen Plastiken zeugen von tiefer Spiritualität. 1932 naturalisiert, blieb er bis zuletzt in Paris aktiv und schuf ein Werk voller Erneuerungswillen, das Folklore, afrikanische Einflüsse und Pariser Moderne vereint. Sein vielseitiges Schaffen bleibt ein eindrucksvolles Zeugnis der École de Paris - kühn in der Form, intensiv in der Emotion. Mit „La Foule (Grand modèle)“ schuf Jean Lambert-Rucki in den Jahren 1923-25 eine seiner charakteristischen Gruppenplastiken der Zwischenkriegszeit. Mehrere Figuren stehen dicht zusammengerückt, ihre Körper zu klaren, blockhaften Volumen reduziert. Die Köpfe mit ihren vereinfachten, maskenhaften Zügen und die rhythmisch gegeneinander gesetzten Formen verweisen auf Lambert-Ruckis Nähe zu Art Déco und kubistisch geprägter Formstrenge. Es gehört zu den seltenen Großausführungen dieser bedeutenden Komposition.

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