Have one like this?
Upload a photo for a free check of what yours may be worth.
Lot description
EMIL RAU (1858 Dresden - 1937 München) Daheim auf der Alm Öl auf Leinwand, 89 x 109 cm, links oben signiert, kleines Loch (2mm Durchmesser) im oberen, linken Bereich. Emil Karl Rau wurde am 29. November 1858 in Dresden geboren und entstammte einer Familie von Hof-Lithographen. Anstatt den traditionsreichen Familienbetrieb zu übernehmen, immatrikulierte er sich 1875 an der Dresdner Kunstakademie, wo Leon Pohle und Ferdinand Wilhelm Pauwels zu seinen wichtigsten Lehrern zählten. 1879 wechselte Rau an die Akademie der Bildenden Künste in München, um seine Ausbildung bei Wilhelm von Lindenschmit d. J. und Sándor (Alexander) Wagner zu vervollständigen; seit 1883 wirkte er dort als freischaffender Maler. Rau spezialisierte sich auf erzählerische Genrebilder, die das Alltagsleben der bayerischen und tiroler Landbevölkerung in warmem, romantischem Kolorit zeigen. Inhaltlich stand er dem volkskundlich geprägten Kreis um Franz von Defregger nahe; seine Werke sind von detailreichen Trachten, rustikalen Interieurs und sonnendurchfluteten Berglandschaften geprägt. Illustrationen des Künstlers erschienen regelmäßig in Zeitschriften wie „Die Gartenlaube“ und „Fliegende Blätter“, während seine Gemälde wiederholt auf den Jahresausstellungen im Münchner Glaspalast gezeigt wurden. Arbeiten Raus befinden sich heute unter anderem in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus sowie in zahlreichen Privatsammlungen. Er starb am 15. November 1937 in München. Das vorliegende Gemälde führt den Betrachter in das dämmrige Stubeninnere eines alpinen Bauernhauses. Links im Halbschatten sitzt die Mutter auf einer einfachen Bank und stopft konzentriert ein rotkariertes Tuch; vor ihr steht der barfüßige Sohn, dessen gespannte Haltung kindliche Neugier verrät. Einen lichten Gegenpol bildet der rechte Bildrand: Durch die weit geöffnete Rundbogenpforte strömt Tageslicht herein, das den Vater in grünem Gamsbart-Hut und Kniebundhosen hervorhebt. Gelassen rauchend richtet er den Blick voller Zuneigung auf Frau und Kind, während neben ihm Axt und Rucksack dezent auf das bevorstehende Tagwerk anspielen. Einige Hühner picken auf dem sonnigen Hof, bevor ein geschwungener Pfad den Blick in die Weite zu hoch aufragenden, rosig beleuchteten Gipfeln lenkt. Die fein abgestimmte Lichtregie verbindet Innen- und Außenraum zu einem harmonischen Erzählraum, der Wärme, Heimatgefühl und die naturnahe Lebensweise der Bergbauern spürbar werden lässt. Pastellige Grüntöne, erdige Braunnuancen und das leuchtende Karmin des Stoffes setzen fokussierte Farbakzente; zugleich verleihen präzise ausgearbeitete Holz- und Stoffstrukturen dem Bild eine überzeugende Plastizität.