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Moriz Melzer - Gewitter über Mittelberg, 1928

Sold for €1,500 at Kunstauktionshaus Leipzig on Oct 11, 2025.

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MORIZ MELZER (1877 Albendorf, Böhmen - 1966 Berlin) Gewitter über Mittelberg, 1928 Monotypie, 51,5 x 31,5 cm (Passepartout-Ausschnitt), hinter Glas im Passepartout gerahmt, rechts unten signiert. Provenienz: aus dem Nachlass des Künstlers Walter Schmock, Meisterschüler von Moriz Melzer „Moriz Melzer gehört zu den stilistisch konsequentesten Künstlern unseres Jahrhunderts. Seine Werke sind von großer formaler Disziplin: So gestaltete er mit traumhafter Vision seine von der menschlichen Figur beherrschte Welt und unterwarf das Bildgefüge einem musikalischen Rhythmus von Linien und Farben. Sein souveräner, antinaturalistischer Kolorismus ließ ihn in der Zeit des Expressionismus und in den frühen zwanziger Jahren z. B. einen Frauenschopf blau und die Atmosphäre einer Landschaft violett tönen, wobei er eine dynamische Kraft entfaltete, die noch an die Auffassung der „Brücke“-Meister und des mit Melzer in der Novembergruppe zusammenarbeitenden Pechstein gemahnt. In den Jahren nach 1918 entstanden einige konstruktivistische Kompositionen wie die „Brücke-Stadt“ von 1923 und das „Gewitter über Mittelberg“.“ (Pfefferkorn, Rudolf: Ausstellungskatalog zur Gedächtnis-Ausstellung von Moriz Melzer im Rathaus Neukölln, Berlin, 1967.) Die vorliegende Monotypie zeigt eine dramatisch aufgeladene Gebirgslandschaft, durchzogen von zackigen Blitzen, die sich wie gelbe Furchen über den blau-violetten Nachthimmel legen. Im Zentrum, eingebettet zwischen den Bergen, liegt ein Dorf, dessen Silhouette von einem Kirchengebäude mit markantem Turm bestimmt wird. Darüber balanciert ein Kreuz, das zusammen mit dem sichelförmigen Mond einen ruhigen Gegenpol bildet, der die eruptive Szenerie kontrapunktiert und zugleich in sanftes Licht taucht. Der Künstler belässt die Formen bewusst ambivalent: Natur und Architektur verschmelzen zu einem dynamischen Geflecht, das sowohl die Bedrohung als auch die Erhabenheit von Berglandschaften spürbar macht. Durch diese Verdichtung elementarer Kräfte evoziert Melzer ein existenzielles Naturerlebnis, das den Betrachter unmittelbar in das dramatische Geschehen hineinzieht. Melzer zerlegt die Motivwelt in facettierte Farbflächen: tiefe Smaragd- und Nachtblautöne kontrastieren mit leuchtendem Zitronengelb und sattem Purpur. Diese kristalline Fragmentierung ist typisch für seine Verbindung von Expressionismus und analytischem Kubismus und verdichtet die atmosphärische Spannung des Gewitters zu einer fast musikalischen Rhythmik von Licht und Schatten.

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