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Bruno Griesel - Aus der Serie „Maldoror und Engel“, 1986/89/99

Sold for €3,600 at Kunstauktionshaus Leipzig on Oct 11, 2025.

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BRUNO GRIESEL (geb. 1960 in Jena, tätig in Leipzig und Straguth bei Zerbst) Aus der Serie „Maldoror und Engel“, 1986/89/99 Öl auf Hartfaserplatte, 132,5 x 93 cm, gerahmt, rechts unten signiert und datiert "86-89 99". Griesel, der 1960 in Jena geboren wurde und später in Kleingera und danach Leipzig aufwuchs, begann eine Lehre als Modelltischler, nachdem er 1976 wegen politischer Nichttragbarkeit die Erweiterte Oberschule Humboldt Leipzig verlassen musste. Nach seiner Lehre studierte er von 1981 bis 1986 Malerei an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Volker Stelzmann und Wolfgang Peuker. Danach war er Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Seit seinem Abschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig arbeitet er als freischaffender Künstler, er zählt zu den Vertretern der Neuen Leipziger Schule. Das Werk von Bruno Griesel aus der Serie „Maldoror und Engel“ zeigt eine eindringliche Auseinandersetzung mit der düsteren und surrealen Welt des literarischen Protagonisten Maldoror. Dieser zentrale Charakter, entnommen aus „Die Gesänge des Maldoror“ von Comte de Lautréamont, steht für eine ambivalente, rebellische Figur, die sich durch ihre radikale Ablehnung moralischer und gesellschaftlicher Konventionen auszeichnet. Griesel interpretiert diese literarische Vorlage in einem komplexen Spannungsfeld zwischen Mensch und Engel, Gut und Böse, Chaos und Ordnung. Die Komposition des Gemäldes ist geprägt von einer dramatischen Inszenierung, die durch die kräftige Farbgebung und die expressive Darstellung der Figuren verstärkt wird. Die Ölmalerei auf Hartfaserplatte verleiht dem Werk eine besondere Textur und Tiefe, die den Betrachter in die Szenerie hineinzieht. Die dargestellten Figuren sind von einer symbolischen Mehrdeutigkeit durchzogen: Maldoror erscheint als Verkörperung des Abgründigen, während der Engel eine fragile Balance zwischen Transzendenz und Irdischem repräsentiert. Die zeitliche Spannweite der Entstehung - von 1986 bis 1999 - deutet zudem auf eine intensive künstlerische Auseinandersetzung hin, die sich über mehrere Schaffensphasen erstreckt. Das Werk verbindet literarische Inspiration mit einer visuell kraftvollen Umsetzung und lädt zur Reflexion über die existenziellen Fragen von Moral, Identität und dem Spannungsverhältnis zwischen Gut und Böse ein.

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