Lot description
Ferdinand Knab, Romantische Meeresszene am Ufer einer felsigen mediterranen Bucht steht unter effektvoll bewölktem Abendhimmel eine Frau an einem Boot, die Hand an die Stirn haltend, blickt sie in die Ferne, nach seinem Italienaufenthalt 1986 malte der für seine romantische Malerei berühmte Knab bevorzugt Szenen aus dem italienischen Raum, wobei er immer wieder antike Ruinen effektvoll ins Abendlicht tauchte, die Studie entführt den Betrachter wohl auch nach Italien, sie mutet, bei aller für Knab typischen Idealisierung, doch intim an, was auch die persönliche Künstlerwidmung unterhalb der Darstellung unterstreicht, die in die Ferne blickende Frau zeigt Knab, für die Romantik typisch, nur in der Rückansicht und klein in der mondänen Natur, eine poetische-ideelle Verdichtung erlangt das Motiv durch die Iphigenie-Anspielung, die, auf die dalmatische Insel Taurus entführt, am Ufer stehend voll Heimweh in die Ferne blickte, "das Land der Griechen mit der Seele suchend" (Goethe), gleichzeitig könnte die Frau, an das Boot gelehnt, auch voll Fernweh einer Reise entgegensehen, Öl auf Malkarton, links unten ritzsigniert "F. Knab" sowie datiert "[18]76", unterhalb der Darstellung handschriftliche Künstlerwidmung in Blei "Meinen schönsten Dank F. Knab", reinigungsbedürftig, Randdefekte durch die Rahmung, unfachmännische Restaurierungen am oberen Bildrand, Goldstuckrahmen mit Bestoßungen, Falzmaße ca. 22 x 29 cm. Künstlerinfo: dt. Architekt, Bildhauer, Bühnenbildner sowie Architektur- und Landschaftsmaler (1834 Würzburg bis 1902 München), zunächst zweijährige Ausbildung im Baufach bei Carl Alexander von Heideloff in Nürnberg, 1855 Übersiedlung nach München und Übergang zur Architekturmalerei, parallel als Maler weitergebildet bei Arthur von Ramberg, Albert Emil Kirchner und Carl Theodor von Piloty in München, beeinflusst von Hans Makart, Gabriel von Max und Gisbert Flüggen, beschickte ab 1860 die Ausstellungen im Münchner Kunstverein, vertreten im Glaspalast München, studierte ab 1864 an der Akademie München bei Georg Friedrich Ziebland Architektur, 1868 Reise nach Italien, schuf als Maler im Anschluss vor allem italienische Landschaften und wurde von König Ludwig II. von Bayern zum Hofmaler ernannt und mit Raumausmalungen in der Münchner Residenz und im Schloss Linderhof beauftragt, tätig in München, Quelle: Thieme-Becker, Müller-Singer, Müller-Klunzinger, Seubert, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Boetticher, Bénézit, Bruckmann "Münchner Maler des 19./20. Jh." und Matrikel der Münchner Akademie. Ferdinand Knab, Romantic Sea Scene On the shore of a rocky Mediterranean bay, a woman stands by a boat under an effectively cloudy evening sky, holding her hand to her forehead and gazing into the distance, After his stay in Italy in 1986, Knab, who was famous for his romantic painting, preferred to paint scenes from the Italian region, repeatedly immersing ancient ruins in the evening light to great effect; the study probably also transports the viewer to Italy, but despite all the idealisation typical of Knab, it has an intimate feel, which is also emphasised by the artist's personal dedication below the depiction, Knab shows the woman gazing into the distance only from the rear, as is typical of the Romantic period, and small in the mundane natural setting; the motif is poetically and ideally intensified by the allusion to Iphigenia, who, abducted to the Dalmatian island of Taurus, stands on the shore and gazes into the distance full of homesickness, "seeking the land of the Greeks with her soul" (Goethe); at the same time, the woman, leaning against the boat, could also be looking forward to a journey full of wanderlust, oil on canvas, signed at bottom left "F. Knab" and dated "[18]76", below the depiction handwritten artist's dedication in lead "Meinen schönsten Dank F. Knab", in need of cleaning, marginal defects due to framing, unprofessional restorations to upper margin, gilt stucco frame with knocks, inner di