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KLASSISCHES ARCHITEKTURCAPRICCIO Öl auf Leinwand. Doubliert. 75,5 x 100 cm. In vergoldetem Profilrahmen. Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri, Rom, 5. Dezember 2018, in Kopie. Eindrucksvolles Gefüge von unterschiedlich beleuchteten, kontrastreich in Erscheinung tretenden Architekturelementen, deren Monumentalität durch die Figurenstaffage noch gesteigert wird. Wie häufig in der Malerei der Zeit und in den entsprechenden Themen, handelt es sich auch hier um eine Zusammenarbeit zweier Maler, wobei Codazzi hier Architektur und Hintergrund und Micco Spadaro die Figurenstaffage geschaffen hat. Sestieri datiert das vorliegende Gemälde in die 1640er Jahre wie auch die Batseba im Bade im Ringling Museum in Sarasota, die Nozze della Vergine in einer neapolitanischen Privatsammlung oder das Gemälde Portico con l‘adorazione dei pastori, dessen Standort momentan nicht zu ermitteln ist. Viviano Codazzi ist wohl der bedeutendste Veduten- und Architekturmaler des 17. Jahrhunderts in Italien, noch lange vor den späteren Vedutisten wie Canaletto u.a. Das Oeuvre des Freskanten und Barockmalers zeigt, dass sich dieser Künstler überwiegend der Darstellung antiker Tempelansichten, Veduten und fantastischer Architekturen gewidmet hat. Als Spezialist auf diesem Gebiet erfuhr Codazzi lange Zeit nur wenig Beachtung, obgleich er in seinen Wirkungsjahren bereits als der vielleicht Größte unter den Malern der perspektivischen Architekturmalerei, ja sogar als „quasi il Vitruvio die questa classe di pittori“ (Luigi Lanzi, 1732-1810) gewürdigt wurde. Der bedeutende Kunstwissenschaftler Roberto Longhi (1890-1970) erkannte in Codazzi einen „Caravaggio und Canaletto zugleich“. Inzwischen gilt es als gesichert, dass Codazzi der eigentliche Begründer der realistischen Vedute war, wie sie erst eine Generation später durch Vedutisten wie A. Canale, Marieschi oder Bellotto, aber auch Claude Lorrain, als neue Gattung voll etablierten. Die Staffagefiguren in seinen Bildern sind oft von Kollegen geschaffen. Es wird vermutet, dass der Einfluss nordeuropäischer Maler wie Bartholomeus Breenbergh oder Van Poelenburg für die klassizistische Auffassung der Architekturen bei Codazzi mitverantwortlich war. Provenienz: Sotheby‘s Auktion, London, 7. Juli 2011, Lot 357 als Viviano Codazzi. Literatur: Vgl. David Ryley Marshall, Viviano and Niccolò Codazzi and the Baroque Architectural Fantasy, Rom 1993. Vgl. Giuliano Briganti, Ludovica Trezzani, Laura Laureati, Viviano Codazzi, in: I Pittori Bergamaschi dal XIII al XIX secolo, Il Seicento, I, Bergamo 1983. Vgl. Giancarlo Sestieri, Il Capriccio architettonico in Italia nel XVII e XVIII secolo, Rom 2015. (14304511) (13) Viviano Codazzi (1603/1604 – 1670) and Micco Spadaro (1609 – 1675) CLASSICAL ARCHITECTURAL CAPRICCIO Oil on canvas. Relined. 75.5 x 100 cm. Accompanied by an expert’s report by Professor Giancarlo Sestieri, Rome, 5 December 2018 (in copy). As is often the case in paintings of the time with corresponding subjects, this is a collaboration between two painters, with Codazzi creating the architecture and background and Spadaro the figures. Sestieri dates the present painting to the 1640s. Provenance: Sotheby’s, London, 7 July 2011, lot 357 as Viviano Codazzi. Literature: cf. David Ryley Marshall, Viviano and Niccolò Codazzi and the Baroque Architectural Fantasy, Rome 1993. cf. Giuliano Briganti, Ludovica Trezzani, Laura Laureati, Viviano Codazzi, in: I pittori bergamaschi dal XIII al XIX secolo, Il Seicento, I, Bergamo 1983. cf. Giancarlo Sestieri, Il Capriccio architettonico in Italia nel XVII e XVIII secolo, Rome 2015.