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Waldemar Grzimek (1918 Rastenburg - 1984 Berlin)

Sold for €22,000 at Dannenberg on Nov 23, 2024.

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Tänzerin I Bronze mit schwarz-brauner Patina. 1965. 62,5 x 94 x 128, 5 cm (mit Sockel). Auf dem linken Fuß unten monogrammiert "W. G". sowie römisch nummeriert "II", darunter mit dem Gießerei-Stempel "GUSS BARTH RINTELN". WVZ Roters 253. Guss von 1970/77, der entstehungszeitliche Guss wurde in der Gießerei Noack, Berlin, gegossen. Zweites von sieben zu Lebzeiten des Künstlers gegossenen Exemplaren. Auf einem weiß gefassten Sockel schraubmontiert. Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz; vormals erworben aus dem Nachlass des Künstlers "Stiftung Waldemar Grzimek" (19852005), verwaltet von Dr. Gernot Moegelin / Privatsammlung Norddeutschland Literatur: Jürgen Fitschen: Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus. In: Ders., Veronika Wiegartz, Gerhard-Marcks-Stiftung (Hrsg.): "Ein Platz für Plastik. Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus". Bremen 2006. Eberhard Roters: Der Bildhauer Waldemar Grzimek. Mit einem vollständigen Werkverzeichnis. Frankfurt a.M., Wien, Berlin 1979. Waldemar Grzimek, deutscher Bildhauer, Keramiker, Lithograph und Zeichner, zählt zu den zentralen Persönlichkeiten der Bildhauerkunst der Nachkriegszeit. Dabei kommt besonders seinen Arbeiten der 1960er und 1970er Jahre in der figürlichen Bildhauerei eine überragende Bedeutung zu. Einen folgenreichen Einfluss auf seine Formsprache hatte Grzimeks Auswanderung 1961 aus der DDR nach West-Berlin. Die anfängliche Strenge, die Kargheit und tektonische Gebundenheit der Form wichen den Formen expressiver Bewegtheit, Wildheit und figürlicher Deformation. Die glatte, makellose Haut wurde durch bewegte, raue Oberflächen ersetzt und auch das ruhige, idealisierte Pathos wurde von dem Drama des Lebens abgelöst. Die „Tänzerin I“ ist im Kontext der „Kriechenden“ (1961), der „Träumenden“ (1962), der „Welle“ (1964) sowie den „Schwebenden“ (1965/66) eine der ausdruckstärksten weiblichen Figuren dieser Schaffensphase. Sie vereint nicht nur das Interesse an komplizierten, menschlichen Bewegungsabläufen mit einer raumgreifenden Dynamik und Ausdruckskraft, sondern auch das Thema von Tanz und Tänzerin, welches den Künstler vor allem in den späteren Jahren beschäftigte. Das raumgreifende Volumen der eindrucksvollen, gestreckten und zugleich in sich gekehrten, schwebenden Figur lässt sich aus verschiedenen Winkeln betrachten. Ein weiteres Exemplar der "Tänzerin I" befindet sich in der Sammlung des Gerhard-Marcks-Hauses, Bremen (Inv.-Nr. S82/06), in welchem seit 2005 der künstlerische Nachlass von Waldemar Grzimek mit 101 Skulpturen sowie eine Schenkung von ca. 250 Zeichnungen und 100 Graphiken verwaltet wird.

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