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Herbert Kitzel - Tanzende in Waldlandschaft, 1949/50

Sold for €1,000 at Kunstauktionshaus Leipzig on Apr 20, 2024.

Herbert Kitzel - Tanzende in Waldlandschaft, 1949/50 auction lot image

Lot description

HERBERT KITZEL (1928 Halle (Saale) -1978 Karlsruhe) Tanzende in Waldlandschaft, 1949/50 Öl auf Hartfaserplatte, 49 x 71,5 cm, gerahmt. Kleinere Farbabplatzungen. Provenienz: Privatbesitz Sachsen-Anhalt, davor Künstlerfamilie, die mit dem Künstler befreundet war 1928 in Halle an der Saale als Sohn eines Kaufmanns geboren, studierte Herbert Kitzel dort von 1945 bis 1950 an der Kunstschule Burg Giebichenstein. Seit dieser Zeit verband ihn eine Freundschaft mit Willi Sitte und Hermann Bachmann. Er siedelte 1958 nach Karlsruhe über, wo er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste lehrte. Kitzel, der im Zuge der Formalismusdebatte die DDR verließ, wurde in der nichtgegenständlichen Kunst Westdeutschlands nie richtig heimisch. 1978 beging er in Karlsruhe Suizid. Zusammen mit Sitte und Bachmann arbeitete er eine Zeit lang im "Halleschen Grau" - einer breiten Grauskala, in der gedämpftes Licht einer trüben Sicht sich als grauer Schleier über die Gemälde legt und darin das Grau über Halle darstellt. Die Freundschaft der Kollegen hatte bis zu ihrem Tod Bestand. Die vorliegenden Gemälde sind Teil Kitzels Frühwerks. Wie auch Sitte und Bachmann versuchte er, die akademische Malweise zu überwinden. Zu diesem Zweck banden sich die Künstler ihre Malwerkzeuge an die Hand, um einem feinen, genauen Pinselstrich zu entkommen (siehe auch Losnummer 260). Sein Stil änderte sich nach seiner Umsiedlung 1958 grundlegend hin zu einer abstrakteren, dynamischeren und farblich expressiveren Darstellungsweise. Die Waldlandschaft stellte Kitzel mehrfach in ähnlicher Weise in seinen Gemälden dar, sie wird dabei Schauplatz ganz unterschiedlicher Szenen. Die Farbpalette und die expressive Pinselführung verleihen den "Tanzenden in Waldlandschaft" eine lebendige und bewegte Atmosphäre in einer sonst eher ruhigen Waldszene. Die Verschmelzung von Mensch und Natur scheint in diesem Gemälde der Fokus zu sein. Auch Freiheit und Vitalität in einem natürlichen Umfeld werden thematisiert. Idyllisierende Szenen wie diese waren in der Nachkriegszeit nicht selten, viele Menschen wendeten sich von den Schrecken des Krieges ab und der Natur zu.

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