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BRUNO GRIESEL (geb. 1960 in Jena, tätig in Leipzig und Straguth bei Zerbst) Anima, 2007 Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, gerahmt, rechts unten signiert und datiert, rechts oben betitelt. Provenienz: Privatbesitz Sachsen Griesel, der 1960 in Jena geboren wurde und später in Kleingera und danach Leipzig aufwuchs, begann eine Lehre als Modelltischler, nachdem er 1976 wegen politischer Nichttragbarkeit die Erweiterte Oberschule Humboldt Leipzig verlassen musste. Nach seiner Lehre studierte er von 1981 bis 1986 Malerei an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Volker Stelzmann und Wolfgang Peuker. Danach war er Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Seit seinem Abschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig arbeitet er als freischaffender Künstler, er zählt zu den Vertretern der Neuen Leipziger Schule. Ähnlich wie zahlreiche Maler vor ihm setzt sich auch Bruno Griesel in seinem Werk intensiv mit der Kunstgeschichte auseinander, denn "die Kunst ist Thema der Kunst seit jeher!" Bei ihm findet der Rezipient eine Hommage an das 18. Jahrhundert, vor allem an die Stilrichtung des "Rococo", wie er eines seiner Projekte nennt, das er 2005 begann. Inspiration bekommt Griesel von dem französischen Rokokokünstler Jean Antoine Watteau (1684-1721), der mit seinen "fête galante" eine neue Bildgattung erschuf. Griesels Werke zeichnen sich durch heitere Leichtigkeit, anmutige Schönheit und verklärte Sinnlichkeit aus. In "Anima" spielt er auf die weibliche Seele (wie der Begriff auf lateinisch wörtlich heißt) an und gestaltet sein Bild als Stillleben mit einer kleinen Porzellanfigurine, daneben überdimensional groß die schon fast verwelkte Blüte einer rosafarbenen Tulpe. Aus ihrem Inneren entspringt in Rocailleformen ein verschnörkelter Kerzenleuchter, der zwar fragmentarisch aber dennoch aus dem Blütenkelch herauszuwachsen scheint. Der schwarze Hintergrund setzt die Komposition in Szene und sorgt für theatralische Dramatik im Stillleben.