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MEERESNIXEN IN DER BRANDUNG, 1915 Öl auf Leinwand. 86,5 x 113 cm. Rechts unten signiert und datiert „Carl Marr 15 Mü“. Die Darstellung bietet dem Betrachter eine fantastische Momentaufnahme: Drei junge Frauenakte werden am Klippenufer von einer Brandungswelle erfasst. Virtuos ist das Nass der Körper gemeistert. Während eine der Nixen am Ufer liegt, beugt sich eine weitere über ein großes Algen- oder Netzbündel und reicht die Hand zur Liegenden hinüber. Links entfernt sich die Dritte bereits aus dem Geschehen. Dass der Maler diese vom Bildrand abgeschnitten zeigt, vermittelt die Zufälligkeit der Momentbeobachtung. Das dunkel gehaltene Bündel, das sich als gebauschte Algen oder als Netz bis in die Hand der Liegenden fortsetzt, regt zur Deutung an. Sieht man hier ein Netz, so lässt sich die Darstellung als Selbstbefreiung der Nixen aus der Gefahr des Gefangenwerdens interpretieren. Seine Ausbildung erhielt Marr – nach Rückkehr seiner Familie aus den USA – an der Kunstschule Weimar, dann an der Münchener Akademie bei Lindenschmidt und Seitz, 1893 dort selbst Professor, erhielt er 1896 in Berlin die Goldmedaille. 1909 wurde er in den Adel erhoben. Bis 1924 Rektor der Kunstakademie München. Trotz seines bedeutenden Werkes hat der Maler längst nicht die verdiente Würdigung erfahren, was darin begründet sein mag, dass eine Gesamtausstellung seiner Werke noch aussteht. Diesen Themenkreis hat Carl von Marr mehrmals aufgegriffen, etwa in „Frau in der Brandung“ oder „Seenymphen“. Zumeist beinhalten seine Werke, so vordergründig sie auch als virtuose Malerei verstanden werden, einen symbolischen Inhalt. Wie Franz von Stuck, hat sich Marr recht unterschiedlichen Themen gewidmet. Wie etwa: „Thannhäuser im Venushügel“, „Der Sündenfall“, „Die Flagellanten“ oder jenen „Engelssturz“, den er zusammen mit seinem Malerfreund Pius Ferdinand Messerschmitt 1907/08 für eine Kirchenkuppel in Burgsinn schuf. Marr ehelichte 1916 die Witwe Messerschmitts. Literatur: Vgl. Fritz von Ostini, Carl Marr, in: Velhagen & Klasings Monatshefte, Jg. 23 (1908/09), Bd. 1, Heft 1, September 1908, S. 33-46. Vgl. Karl von Marr, in: Friedrich Jansa: Deutsche bildende Künstler in Wort und Bild. Leipzig 1912, S. 390. (1381764) (11) Carl von Marr, 1858 Milwaukee – 1936 Munich MEERESNIXEN IN DER BRANDUNG, 1915 Oil on canvas. 86.5 x 113 cm. Signed and dated “Carl Marr 15 Mü” lower right.