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Ernst Friedrich August Rietschel 1804 Pulsnitz – 1861 Dresden Carl Gustav Carus 1789 Leipzig – 1869 Dresden Bleistiftzeichnung, partiell gewischt, auf perlweißem Velin. Im Passepartout hinter Glas in einer versilberten, profilierten Leiste gerahmt. Mit einer alten Rückwand, darauf in Blei mit Annotationen zu Künstler und Dargestellter von fremder Hand sowie dem Etikett von "Wilh. Mittentzwey, Hoflieferant, Vergolderei, Spiegel- u. Rahmenfabrik, Leipzig, Grimmaische Strasse 26". WVZ Schulte-Arndt 138. Charlotte Sophie Carus kam als älteste Tochter des Arztes und Universalgelehrten Carl Gustav Carus und seiner Frau Karoline 1810 in Leipzig zur Welt. Sie heiratete 1836 den Bildhauer Ernst Rietschel und gebar ihm 1837 den Sohn Wolfgang. Charlotte starb krankheitsbedingt früh. "Die Zeichnung ist in der kurzen Zeitspanne zwischen der Verlobung und dem Tod der Charlotte, d. h. zwischen Juni 1836 und Mai 1838, entstanden. In der außerordentlich zarten Behandlung steht sie dem Bildnis der Karoline Carus [WVZ Schulte-Arndt 143] nahe." (zitiert nach Monika Schulte-Arndt: Ernst Rietschel als Zeichner. Mit einem Werkkatalog. Mainz, 1995. S. 110.). Vgl. dazu auch eine eigenhändige Wiederholung des Künstlers, WVZ Schulte-Arndt 139 sowie weitere Porträtzeichnungen WVZ Schulte-Arndt 140 und 141. Ernst Friedrich August Rietschel 1804 Pulsnitz – 1861 Dresden Studierte 1820–26 an der Dresdner Akademie, danach Schüler im Atelier Rauchs und Ausbildung zum Bildhauer. Es folgte ein Stipendium vom sächs. Staat für eine Italienreise, die er 1830 antrat. 1832 Ernennung zum Professor an der Dresdner Akademie, sowie Reisen nach Belgien, Paris und Palermo. Rietschel gilt zusammen mit Ernst Julius Hähnel als Begründer der Dresdner Bildhauerschule der 2. H. des 19. Jhs. und als Vermittler zwischen der klassizistischen Überlieferung Rauchs und dem neueren Realismus. Carl Gustav Carus 1789 Leipzig – 1869 Dresden Deutscher Maler, Zeichner, Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Mediziner. 1804–11 Studium der Physik, Chemie und Medizin an der Universität in Leipzig. Parallel dazu Unterricht an der Zeichen-Akademie bei Julius Dietz. Zu Vorbildern wurden die Niederländer des 17. Jh. sowie Joh. Ch. Klengel und C. Nathe. 1816 Berufung nach Dresden als Prof. für Geburtshilfe und Leiter einer Entbindungsklinik. Unter dem Einfluß der Dresdner Romantik erste Ausstellungsbeteiligung. 1818 Bekanntschaft mit C. D. Friedrich, der ihn nachhaltig inspirierte. 1819 Reise nach Rügen, 1820 ins Riesengebirge, 1821 in die Schweiz. Bekanntschaft mit Goethe, der ihn sowohl in seiner Universalität des Denkens, sowie in der Themen- und Motivwahl beeinflusste. Während seiner Tätigkeit als Leibarzt 1827 für die königlichen Familie in Dresden, erfolgten weitere Reisen in die Schweiz, Italien, später Frankreich und England, die wie bereits das Dresdner Umland eindrucksvolle Vorlagen für seine stimmungsvollen Landschaften boten.