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GERO KÜNZEL (geb. 1962 in Erfurt, tätig in Hausdorf bei Leipzig) Kopf, 1998 Öl auf Leinwand, 85 x 60 cm, Künstlerleiste, rückseitig auf Keilrahmen betitelt und datiert. Künzel studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, unter anderem bei Volker Stelzmann. 1988 bis 1991 war er der letzte Meisterschüler Bernhard Heisigs. Inspirationen Künzels kann man in den Werken von Oskar Kokoschka, Ernst Hassebrauk, Hartwig Ebersbach und Bernhard Heisig erkennen. Typisch für seinen Stil ist eine pastose Malerei in Spachteltechnik, die stark abstrahierende Darstellungen erzeugt. Das Ergebnis sind Werke mit außergewöhnlicher Oberflächentextur, die Tiefe und Mehrschichtigkeit suggerieren, von Überlagerungen und Vermischung geprägt sind und somit das Prozessuale in der Malerei überhaupt thematisieren. Durch diese Malweise erscheinen die Gemälde oft reliefartig und die Maloberfläche dreidimensional. Die vielen Lagen Farbe entstehen, indem Künzel seine Gemälde im Schaffensprozess immer wieder verwirft und übermalt. Dabei benutzt er weder Vorlagen noch Vorzeichnungen, alles entsteht im Moment des Malens und aus reiner Intension. Die Porträtköpfe sind ein wiederkehrendes Motiv und gehören zu den markantesten und bedeutendsten Arbeiten in Künzels Werk. Hatten die Porträts in der Anfangszeit noch personenbezogenen Charakter, entspringen neuere Porträts ebenso wie Künzels Landschaftsbilder der reinen Fantasie. Das vorliegende Gemälde trägt einige der wichtigsten Charakteristika in Künzels Werk: So ist es auf einen dunklen Hintergrund gestellt und erst in einigem Abstand zum Bild fließen Formen und Farben zu einem Abbild zusammen. Die offenen Formen und die verschwommenen Konturen lassen der eigenen Imagination Raum.